
Die Nase ist ein ästhetisches und funktionales Organ, das das Erscheinungsbild des Gesichtes bestimmt. Operationen, die dazu dienen, äußerlichen Korrekturen an der Nase vorzunehmen, bezeichnet man als Rhinoplastik. Zwar ist die Vorstellung verbreitet, dass es sich bei Rhinoplastik um Operationen zu ästhetischen Zwecken handelt, es sollte aber nicht vergessen werden, dass die Nase nicht nur ein ästhetisches Organ ist, sondern bei lebenswichtigen Funktionen wie z.B. der Atmung eine wichtige Rolle spielt.
In diesem Zusammenhang sollte man sich vor Operationen hüten, bei denen aufgrund ästhetischer Wünsche das Naseninnere derart verengt bzw. erweitert wird, dass die Nase ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann. Wenn der Patient unter Atembeschwerden leidet, sollte die Rhinoplastik gemeinsam mit Operationen zur Behebung der Atembeschwerden (Deviation, Septoplastik, Verkleinerung der Nasenmuschel, Sinusbehandlung...) angewandt werden. Insbesondere bilden in der Nasenchirurgie Ästhetik und Funktion ein Ganzes und können nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
So sollte ein erfolgreicher Naseneingriff ein mit dem Gesicht harmonierendes natürliches Aussehen verleihen und zugleich die Atmung erleichtern. Durch eine rhinoplastische Operation kann sowohl die Nasengröße erweitert bzw. reduziert, als auch die Nasenspitze geformt werden. Auch die Nasenlöcher können dabei verkleinert werden. Außerdem kann sowohl der Nasolabialwinkel als auch der Winkel zwischen Stirn und Nasenrücken verändert werden.
So etwas wie eine rhinoplastische Standartoperation gibt es nicht. Die rhinoplastische Chirurgie richtet sich nach den Bedürfnissen, dem Geschlecht und den besonderen Umständen des Patienten. Eine realistische Erwartung, ein gesundes Individuum und psychologische Ausgeglichenheit sind für den Rhinoplastik-Kandidat wichtige Kriterien. Die Erwartungen der männlichen Patienten sollten gut erfasst und seine soziale Stellung und sein soziales Umfeld berücksichtigt werden, denn auch die Besonderheiten des Patienten haben Auswirkungen auf das Ergebnis. Der männliche Patient kommt oft auch mit Beschwerden des Luftweges, wobei seine ästhetischen Erwartungen in zweiter Linie folgen. Ein ästhetischer Eingriff fördert auch die Funktion der Nase.
Das Alter: Bei Männern kann diese Operation ab dem 17. Jahr durchgeführt werden. In späteren Jahren nimmt die Elastizität der Haut ab, weshalb dann begrenzte chirurgische Eingriffe bevorzugt werden.
Die Dicke der Nasenhaut und der Fettanteil des Nasengewebes beeinflussen das Ergebnis der Rhinoplastik. So wie ein dicker Stoff die ihm unterliegende Form nur schwerlich hervorzeigen kann, kommt auch der unter einer dicken Nasenhaut vorgenommene Knochen- und Knorpeleingriff nicht genügend zum Vorschein. In diesem Fall sollte bei Patienten mit einer dicken und fettgepolsterten Haut kein verkleinernder chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, sondern ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, das das Volumen beibehält, also ein Eingriff, der den Stoff bzw. die Haut strafft und eine gleichmäßige Nase schafft, denn die Nasenhaut ist bei Männern dicker als bei Frauen.
Wenn die Verkleinerung der Nase zu stark gerät, kann sich die Haut dem neuen kleinen Skelett nicht anpassen und die Nase wird ein angestautes und formloses Aussehen erhalten. Eine Nase mit dicker Haut lässt sich am besten formen, wenn man eine in sich harmonische Nase schafft und sie nicht zu sehr verkleinert.
Die Krümmung der Nase stellt ein wichtiges Problem dar. Problemmatische Krümmungen wie C-, S- und J-Formen beruhen auf inneren (Septum-Pathologien, Deviation usw.) oder auf äußeren (Knochen, Knorpel und Gewebe) Ursachen. In beiden Fällen sollte mit ein und derselben Operation Abhilfe geschaffen werden. Die männlichen Züge des Gesichtes und das Aussehen sollte gewahrt, und dem Patienten keine weibliche Erscheinung verliehen werden. Der Nasolabialwinkel sollte 95–100° betragen, wobei dieser Winkel bei Frauen bis zu 115° betragen kann. Die Nasenwurzel und der Nasenrücken sollten höher belassen werden. Eine höhere Nasenwurzel verleiht einen strengeren und männlicheren Blick (der ausgehöhlte Nasenrücken ist eine weibliche Eigenschaft). Auch die Breite der Nase sollte dem Gesicht angemessen sein.
Außerdem ist bei einer nicht zu unterschätzenden Zahl von Patienten eine Gesichtsasymmetrie Vorhanden. All diese Probleme sollten mit Ihrem Arzt, und ausgehend von Ihren Fotos, besprochen werden. Auch alle vorherigen Nasenopperationen beeinträchtigen das Ergebnis unmittelbar.
Die Art der vorherigen Operationen (wie z.B. Deviation, Korrektureingriff, Nasenspitzenchirurgie, Knochenbruch) bestimmt die Form und den Umfang des nächsten Eingriffs. Wenn in der Nase oder am Ohr Knorpelgewebe vorhanden ist, erleichtert dies die Korrektur. Das Naseninnere und -äußere des Rhinoplastik-Kandidaten wird bei der ersten Besprechung vom Arzt ausführlich untersucht. Eventuelle zusätzliche Krankheiten bzw. zusätzliche Probleme (Sinusitis, Polypen usw.) werden in dieser Phase festgestellt. Der Arzt wird die für ihre Operation erforderliche Fotoaufnahme (aus neun verschiedenen Blickwinkeln) durchführen. Diese Aufnahmen werden bei der Planung der rhinoplastischen Operation herangezogen.
Außerdem werden diese mit einer Digitalkamera aufgenommenen Bilder überarbeitet um das wahrscheinliche Aussehen nach dem rhinoplastischen Eingriff schon im Vorfeld zu sehen. Die Operation (Veränderung) erfolgt im Krankenhaus und unter Vollnarkose. Die Dauer der Operation kann, je nach der problematischen Lage des Patienten, zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen. Nach der Operation werden in der Nase Tamponade und auf der Nase Gips angebracht sein. Am Folgetag werden die Tamponaden herausgenommen. Am sechsten Tag wird der Gips abgenommen und die Nähte entfernt. Nach der Operation wird ungefähr eine Woche lang auf der Nase eine Bandage aufgelegt sein.